Donnerstag, 16. März 2006

Zukunftsmarkt

Manche Informationen wollte man gar nicht. Zum Beispiel heute in der Bahn. ICE nach Köln, gut belegter Grossraumwagen. Da konnte die staunende Öffentlichkeit erfahren, dass die Kunden von Lidl und Norma in Frankreich nicht so viele Light Joghurts wollen. Das Zauberwort lautete "Sortierung ändern - von 9+3 auf 10+2". Das Erlebnis hat sich mir eingeprägt, weil es unserem Joghurt-Junkie gleich an mehreren elektronischen und Kultur-Techniken fehlte:
  • er hatte keinen Zugang zu email (nein, tatsächlich kein Blackberry). Das veranlasste ihn die Story 5 Leuten in jeweils getrennten Telefongesprächen zu vermitteln. Dem Mitreisenden prägt sich das dann natürlich besonders ein.
  • er wüsste auch nichts mit dem Blackberry anzufangen, sonst hätte er nicht dreien seiner Gesprächspartner individuell mitgeteilt, an wen sie diese überaus wichtige Mitteilung per email weiterleiten sollen.
  • er sprach so laut, dass bestimmt auch die Menschen links und rechts der Strecke die Information aufgenommen haben. Wahrscheinlich hat er sein Handy gar nicht eingeschaltet und versuchte die Meldung Telefongebühren vermeidend an den Mann zu bringen.
Na und ausserdem erinnern mich solche Ereignisse immer wieder an andere, noch wesentlich interessantere Gespräche, die ich schon im Zug hören durfte. Zum Beispiel von den Problemen eines Autozulieferers, der später seine Diesel-Pumpen zurückrufen durfte. Oder das nette Erlebnis, als ein Gutachter seine Analyse von Sicherheitslücken im Kernkraftwerk K. per Telefon verlass. Schade dass die Cebit schon um ist. Ich hätte mal nach Live-Speech-Encryption suchen können. Ein Zukunftsmarkt !

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