Donnerstag, 30. September 2010

VMS im E-3 Magazin Oktober 2010 zum Thema Virtualisierung

Aktuell im Online Heft zu lesen ab Seite 14:

http://bit.ly/b8mVXr
Der Download unserer Studie bald auf unserer Website: wie kann man bis zu 13% in den SAP Gesamtkosten durch Virtualisierung einsparen

Mittwoch, 30. Juni 2010

Geschäftsprozess-Autobahn

VMS rollt gerade sein neuestes Produkt aus: Das VMS Process Dashboard. KPIs zur Geschäftsprozessen. SCOR-Modell, Einkauf, Lieferant, Lager, Auslieferung. Es gibt viele Gründe warum man die Prozessqualität im Unternehmen wissen will. Interessant, was ein CIO dazu sagt:
"Wir investieren in erheblichem Umfang in die Verbesserung von Prozessen. Wir haben aber keinen guten Indikator, ob wir an den richtigen Stellen investieren. Natürlich wird jede Prozessverbesserung irgendwie positiv wirken. Aber wenn wir eine sechsspurige Autobahn für einen Prozess bauen, nur um den Stau damit 20 km weiter zu verlagern, haben wir nichts gewonnen."
 "Meine zentrale Frage ist: Wie hoch ist der Schaden von 10% Fehlallokation im Budget im Verhältnis zu den Kosten für das VMS Process Dashboard ?"

Ich glaube wir haben mit dem VMS Process Dashboard den Punkt getroffen.

Freitag, 21. Mai 2010

Wer misst misst Mist, oder ?

Die Problematik der Fehlinterpretation von Messwerten ist gefühlt allen bekannt. Motto: Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast und so ... Dabei ist die Ursache des Missbehagens einfach zu finden. Es wird oft viel zu schludrig gearbeitet.

Hier meine aktuelle TOP3-Liste der handwerklichen Fehler:

1. Beliebige Bildung von Durchschnittswerten aus weit streuenden Fakten. Sie wissen schon, linker Fuß in kochendem Wasser, rechter in Eiswasser macht im Schnitt eine ganz kommode Temperatur.

2. Bildung von Durchschnitten aus Durchschnitten ( der Durchschnitt der durchschnittlichen Tagesantwortzeit eines Systems ist etwas ganz anderes als der Durchschnitt aller Antwortzeiten ) Grund: die Gewichtung verschiebt sich.

3. Die Bildung von KPIs durch Division von zwei Elementen ohne jeden Zusammenhang. Beispiel aus einem derzeit sehr kontrovers diskutierten Bereich: Globale Erwärmung. In England galt früher: Messungen morgens/mittags/abends. Daraus Durchschnittsbildung für die Tagestemperatur. Heute gilt: Einsatz eines MinMax-Thermometers und Durchschnittsbildung aus den beiden Werten für Minimum und Maximum aus 24h. Trägt man nun alte und neue Werte kommentarlos in eine Entwicklung über die Zeit ein, ergibt sich ein anderes Bild von Erwärmung an diesem Ort als wenn man bei der alten Methode geblieben wäre. Die Änderung der Mess-Methode ist eine Manipulation (egal ob sie nun die Idee der globalen Erwärmung bestätigt oder ihr widerspricht).

Jeder Verbraucher muss die Qualität des Produkts letztendlich für sich selbst beurteilen. Irritierend ist, dass eher triviale Zusammenfassungen (Kosten pro SAP User) eigentlich eingängiger sind als fokussierte Betrachtungen (welche User sind teuer, welche wertschöpfend, welche nicht). Na ja, die Daten auf dem Autoquartett-Kärtchen aus der Jugend waren auch eingängiger als meine heutigen Kriterien beim Autokauf.

Und was die Statistik betrifft: Ein Erkenntnisgewinn hängt ab von präzisem und verantwortlichem Umgang mit Daten. Das ist nicht nur eine Frage qualitativer Arbeit sondern auch von Ethik.

Sonntag, 16. Mai 2010

Lisa's SAP-Welt

Man kann versuchen die Welt mit Hilfe von SAP Software zu erklären … und die Zukunft der SAP Software mit den Entwicklungen der Welt.


Zu Zeiten des R/2 war die Welt wohl strukturiert, hierarchisch, klar. Es gab Mandanten, darin Buchungskreise (=Firmen), darunter Werke, diese aufgeteilt in Lager. Das ganze repräsentiert in hierarchischen Datenbanken, die auch gar nichts anderes konnten.


Der Umstieg auf R/3 und das relationale Datenbankschema eröffnete ungeheure Möglichkeiten. Attribute wurden an die jeweils für sie zuständigen Schlüsselbegriffe gebunden. Alles was mit dem Vertrieb eines Produktes zu tun hatte an eine Vertriebsgruppe, Einkauf an Einkäufergruppen, buchhalterisches an die Firma, logistisches an Werk oder Lager. Die neue Freiheit der Daten ermöglichte es dass damit z.B. Einkaufsattribute quer zu Firmen angeordnet werden konnten. Ich erinnere mich an eine denkwürdige Diskussion mit Peter Zencke, der - während andere noch die neu gewonnene Freiheit feierten - erklärte, dass man diese Freiheiten nicht beliebig zulassen könne, weil niemand wisse, wie man das anschließend in den funktionalen Prozessen programmieren solle. Schließlich gäbe es ja wohl nach wie vor gesetzliche Anforderungen an Legal-Einheiten (=Firmen =Buchungskreise) über die man sich nicht hinwegsetzen können, nur weil man eine Super-Einkaufsorganisation zusammengefasst habe. Und so wurden in SAP R/3 der relationalen Freiheit Grenzen gesetzt. Zu Gunsten der Sicherheit Prozesse programmieren zu können, deren Folgen man abschätzen kann.


Ähnliches sehen wir in der Politik. Einst war alles klar hierarchisch geordnet. Gar nicht so lange her, da waren wir mit unserem föderalen System gar nicht so unglücklich. Gemeinde, Kreis, Bundesland, Nationalstaat und auf dieser Ebene ein bisschen Beziehungen zu den anderen, die ähnlich organisiert waren. Aber wir sind zunehmend relational geworden. Wir sind Europäer, organisieren uns nationalstaatsübergreifend in Metropolregionen, Bologna-Prozessen, blicken häufig nicht mehr, wer eigentlich wirklich für etwas zuständig ist – oder wer tatsächlich die Dinge bewegt. Was zu sattsam bekannten Blüten führt, dass Europa die Krümmung der Banane normiert, aber jedes Land weiter seine eigenen Strom- und Telefonstecker bis auf’s Blut verteidigt. Und es bringt uns aktuell Diskussionen wie wir über „die Banken“ Herr werden, ob wir eine Wirtschaftregierung für den Euroraum brauchen oder eine für die EU (was ja nicht das gleiche ist), eine Föderalismus-Konferenz jagt die nächste und außer der Hoheit über die Renovierung von Schultoiletten und der Alimentation von einigen Hundert Landtagsabgeordneten fällt uns kaum etwas ein, wozu wir eigentlich noch Landesregierungen haben.


Zencke’s Law wurde missachtet: Relationale Systeme bieten eine große Freiheit, aber man darf sie nur soweit ausreizen, wie man die Prozesse dahinter noch verstehen und gestalten kann.


Nun gibt es wohl nie die einfache Lösung des „zurück“. Das Heil unserer Zukunft liegt darin Menschen ein Leben zu ermöglichen, die zu mehreren oder gar vielen Gruppierungen gehören und deren Zusammenspiel zu organisieren. Einwohner einer Gemeinde, Mitglied einer Sprach- und Kulturgemeinschaft, Nutzer eines verlässliches Wirtschaftssystems, viele, viele Definitionen. Wir brauchen bessere Prozesse für unsere Gesellschaft. Noch experimentieren wir. Mit runden Tischen, mit plötzlich erstarkenden Regionalparteien wie in Italien oder Österreich, mit Showpolitikern, die für kurze Zeit Integrationskraft vermitteln.


Und SAP? Die gleiche Herausforderung. Wir wollen Software, die es ermöglicht schnell und einfach die individuell zusammengestellten Aufgaben einer Person im Unternehmen zu unterstützen. Da braucht es bessere Prozesse um die Individualteilchen mit einander zu orchestrieren. In Memory Datenbanken ? Vielleicht ein gutes Tool. Bessere Unterstützung von mobilen Frontends ? Natürlich. Aber entscheidend für den Erfolg ist die Qualität der Prozesse, die in ungeheuer flexiblen Umgebungen immer „richtig“ laufen müssen. Was auch „richtig“ gerade sein mag.


Davon ist in der aktuellen Diskussion um Business by Design merkwürdig wenig zu hören.

Freitag, 16. April 2010

Business Intelligence – tolles Wort, wenig Inhalt

Ein Vergleich zu Anfang. Beispiel DHL: Das transportierte Volumen des Logistikers ist 2009 so groß wie 2005. Eigentlich kein Grund zum Aufschrei. 2005 empfand man das - weil größer als 2004 und 2003 - als Erfolgsstory. Problem ist, dass man in der Wachstumsphase Kosten aufgebaut hat, die man so schnell nicht los wird.

Kann IT dem Unternehmen helfen wirtschaftlichen Erfolg in der Krise zu haben ?
Aufgabe der IT ist es bessere Vorhersagemodelle für das Business zur Verfügung zu stellen. Nicht lineare (Wachstum oder nicht Wachstum) sondern qualitativ bessere und komplexere Modelle sind zu bewältigen. Denn die Unternehmen wachsen nicht in allen Dimensionen gleichförmig. So ist das geschrumpfte Paketvolumen der DHL zum einen ein massiver Rückgang der industriellen Lieferungen, aber vermutlich sogar eher noch Wachstum in der privaten Internet-Ökonomie. Diese unterschiedlichen Fakten müssen abgebildet werden, auch wenn sie vielleicht gerade nicht der Teilkonzern-Gliederung entsprechen und einem deshalb nicht aus dem Reporting entgegen springen.

Ein Business Warehouse gehört zur Werkzeug-Klasse Hammer
Die Antwort der IT-Hersteller darauf lautet Business Intelligence. Ein tolles Wort mit bisher leider deutlich zu wenig Inhalt. Geliefert werden – polemisch gesagt – Massengräber für Daten und Belegungslisten dieser Friedhöfe. Es soll nicht klein geredet werden, dass die Programmierung eines guten Data Warehouse-Produkts eine Leistung ist. Ein SAP BW ist aber eben nur ein Werkzeug der Klasse „Hammer“. Eine notwendige, aber keine hinreichende Lösung für die Problemstellung des Forecasts für das Business. Benötigt werden Modelle, die die Komplexität von Systemen abbilden, die Simulationen und Vorhersagen erlauben.

APO lässt grüßen
Nicht umsonst hat SAP vor Jahren in den Bereichen der Produktion die Berechnung von Materialbedarfen nicht in ein frei programmierbares BW gepackt und dem Reporting-Talent der User überlassen. Für alle anderen Arten von Prognose-Bedarf gibt es aber bis heute nur wenig. Das betrifft den IT-Betrieb selbst, wo VMS seit Jahren komplexe Modelle für Kosten (TCO), Performance, Sizing, usw. erstellt und berechnet. Das gilt insbesondere für den Bereich der Markt- und Vertriebserfolgs-Prognose.

Qualität in der Prognose kann nur entstehen , wenn die Vielfalt der Beziehungen in einem (bei VMS ganz konkret mathematisch-statistischen) Modell abgebildet und berechnet werden können. Der Simpel-Ökonomie der IT-Kennzahlen (was kosten ein GB Platte oder was kostet ein FTE Offshore in Indien) setzt VMS die Berechnung des Gesamtmodells entgegen: Wie viel Hardware wird benötigt, um die Prozesse des Unternehmens zu bedienen, wo erhält man dieses Gesamtpaket günstig und zu flexiblen Preisen oder wie kann Application Management – auch unter Einbeziehung von Offshore-Leistungen – qualitativ und kostengünstig geleistet werden.

DNA-level Benchmark mit individuellen Ergebnissen
Die Erfahrung der VMS aus acht Jahren Anwendung dieser „DNA-level Benchmark“ genannten Methode mag für manche überraschend sein: Es gibt kein Patentrezept. Nein, liebe Computerzeitungs-Journalisten, wir haben nicht die magische Liste der 10 meist-gemachten Fehler, bei deren Vermeidung die Welt in Ordnung wäre. Die Optimierungsmaßnahmen für die IT selbst und für die Unternehmen sind unterschiedlich. Und nicht die letzte durch’s Dorf getriebene Sau ist die Lösung jeden Problems für jeden. Offshoring des Application Managements kann z. B. einem Unternehmen helfen – und ein anderes IT-Team in die Verzweiflung treiben.

Und wer hilft DHL ?
Nun, wir haben mit dem VMS Process-Dashboard den ersten Schritt zum Aufbau einer Datenbank über Prozess-Qualität getan. Mal schauen, wie schnell sich unter Anwendung von guten Prognose-Modellen daraus echte Hilfestellung entwickeln lässt.


Stay tuned :-)